Jugendseminar


Jährlich findet in den Sommerferien ein Jugendseminar über ein bis zwei Wochenenden statt.

Anmeldung per eMail unter npc@poloclub.de oder telefonisch unter
(05 11) 77 68 03 zwischen 19 und 20 Uhr.

Über das letzte Jugendseminar berichtet Pferdesportautorin
Jessica Kaup
Photos von Prof. Dr. med. Bosch



Dribbeling
Powerplay mit viel Gefühl
Faszination Polo. Blitzschnelle Ponys, beherzte Spieler, präzise geschlagene Bälle. Powerplay auf sattem Grün.
Acht Ponys warten geduldig auf ihren Einsatz, auf einer Spanplatte zwischen bunten Filzstiftlinien.
Theoretische Basics zu Beginn des Jugend-Seminars müssen sein und gehören zu Wolfgang Kailings Polo-Lehrgängen wie der Rattanschläger zum Kunststoffball. Max, aus dem roten Team, ist schon ein alter Hase im Schlagballspiel zu Pferd und wirft mit geballtem Wissen nur so um sich. Klar kann er die Plastikponys passend zum Anstoß positionieren. Auch Kim und Lyn kennen sich in dieser Sportszene bestens aus. Schließlich sind die beiden Kailing-Schwestern zwischen Poloponys zur Welt gekommen.



Dribbeling
Philipp vom Team gelb rechnet: 300 Yards, wie viele Meter sind das doch gleich? - Die enormen Ausmaße eines Poloplatzes muss man nämlich kennen. Er ist 270 Meter lang und zwischen 130 und 160 Meter breit. Seine Team-Kameradinnen Sabrina und Juliana steigen zunächst aufs Holzpferd. Hier, im sicheren Käfig, schlagen die beiden Polo-Neulinge ihre ersten Bälle und werden von Chef-Coach Wolfgang Kailing immer wieder in die richtige Schlagposition gedreht.
Dann heißt es für die sechs Poloschüler putzen, satteln, auftrensen. Bandagen um die Beine wickeln, Schweifhaare flechten, hoch rollen, fest kleben. Ordnung muss sein. Kein Ball darf sich im Schweif verfangen und auch kein Schläger. Frisch rasiert verzichten die waschechten Masper Poloponys auf wallende Mähne, schreiten hoch motiviert in Richtung Spielfeld. Dort machen sie lange Nüstern. Denn, statt im frischen Galopp den weißen Bällen hinterher zu spurten, müssen sie heute Schlagversuche, Basis-Pässe und einen kniffligen Slalomparcours in Ruhe ertragen.


Not easy!
Schritt, das ist nicht so ihr Ding. Philipps Nativa hüpft schnaubend auf der Stelle, Napanga erfreut die zwölfjährige Juliana mit kessen Bocksprüngen und auch Napoleon und Brazil, Madonna und Borgia sehnen sich nach nichts mehr als nach einem flotten Speed. Die Kids agieren konzentriert, schwingen die Schläger, treffen oder eben nicht und haben längst gelernt: Ein Polospieler gibt nie auf. Auch wenn der Schläger zum x-ten Mal am Ball vorbei  nur an Grashalmen zupft – locker bleiben und weiter üben.
„Es geht nicht nur darum, dass ihr den Ball trefft, sondern dass der auch wohin fliegt“, feuert der Präsident des Niedersächsischen Poloclubs seine Schüler an, ihre langen Schläger locker durch zu schwingen und bremst Max und Philipp gleicht darauf wieder: „Nicht so viel Kraft – mit Gefühl!“


Cooler swing!
„Ein Schlag hört dort auf, wo er beginnt“, diese Regel kriegen auch Juliana und Sabrina immer wieder zu hören, und die beiden bemühen sich eifrig, die Schläge elastisch durch den ganzen Körper zu federn. Kim und Lyn kämpfen beim kniffligen Schrittslalom um die Bestzeit. Max scheidet aus, seine Madonna ist angetrabt. Das war verboten. „Fies, ihr habt ja geschnalzt!“, beschwert er sich bei den Mitspielerinnen, die grinsen und Max eigentlich auch. Der Teamgeist ist groß, bei den Roten, bei den Gelben und untereinander: „Allein kann man beim Teamsport Polo nicht bestehen“, erklärt Philipp, und der 14-Jährige weiß, dass man auch den Gegner braucht. Was die Ponys nach über einer Stunde Schritt jetzt brauchen, ist ganz dringend ein Galopp. Im lockeren Kanter steht Zirkeltraining auf dem Programm: Die Schläger zum Himmel, die Hände an die Fußspitzen, alle Zügel – und das sind vier – von einer Hand in die andere packen. Hin und her. Alles easy!



Strong hit.

Der Muskelkater kommt erst morgen, aufgeplatzte Blasen kann man pflastern. Polo macht Spaß. Und Hunger. Die Ponys werden geduscht, gefüttert, der Grill angeheizt. Barbecue unterm Wallnussbaum. Das Rezept für die scharfe Chili-Sauce stammt aus dem Pololand Nummer eins, Argentinien. Pferdepfleger Facundo auch. Die rote Abendsonne sinkt, die Vorfreude auf den zweiten Trainingstag steigt… „Wo sind meine Knieschoner?“ „Welchen Schläger soll ich nehmen?“ „Warum ist Napoleon nicht angebunden?“  Der Seminar-Sonntag beginnt mit fröhlichem Durcheinander, mit unzähligen Bandagen die aufgewickelt werden müssen.    Die „Diamantenkonfiguration“ steht dann auf dem Lehrplan, und Jung-Profi Max drapiert fachmännisch acht Polokugeln auf ihre Abschlagposition rund um  Trainer Kailing: Offside, nearside, forehand, backhand, under the neck und under the tale,…“. Wer Polo spiel, lernt englisch gleich dazu.


Hit to Goal.


Thank you master!
Als die Ponys heute den getrimmten Rasen von Maspe betreten, liegt ein Funkeln in ihren Augen. Es wird gespielt. Im Galopp. „Langsam!“ versucht Wolfgang Kailing seine Crew noch im Zaum zu halten, doch nach einigen manierlichen Schlagübungen im Polokanter, gibt es für die Kids und ihre Ponys kein Halten mehr: Sie jagen übers Grün, fischen dem Gegner die Kugel vom Schläger und wollen nur eins: Richtung Goal. Flott, aber fair! Rasant, aber rücksichtsvoll. Regulär.   


Shake Hands

 

 


 

„Geh zum Ball!“ feuert Kim Sabrina an, - „macht nichts, reit vorwärts!“, muntert sie im selben Atemzug Teamkollegin Juliana nach deren beherzten Schwinger  - am Ball vorbei -  auf.

Den freundschaftlichen Zusammen- halt beim Polo findet die 16-jährige ganz wichtig. Lyn mag, „dass die Youngster genauso ihre Chance erhalten, wie die Routiniers“. Dass es nach munterem Match und Spagetti mit Tomatensauce für alle fleißigen Seminarteilnehmer von Maspe zum Rolex-Cup nach Hamburg geht, findet Sabrina ganz klasse. Dort erlebt der Niedersächsische Polonachwuchs dann Topspieler wie Christopher Kirsch und die Gebrüder Winter live vor hanseatischer Kulisse. Die sechs Polokids feuern an und bejubeln: Blitzschnelle Ponys, beherzte Spieler, präzise geschlagene Bälle. Powerplay auf sattem Grün. Faszination Polo.




   
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